Therapiehund Ausbildung

Angeblich wurde die therapeutische Wirkung des Hundes durch Zufall entdeckt, als sich im Amerika des 20. Jahrhunderts bei einem Psychologen in Amerika ein verhaltensauffälliges Kind und ein Golden Retriever trafen. Der sonst sehr zurückhaltende Junge ging spontan auf den Hund zu, redete mit ihm und streichelte ihn.

Nach weiteren Therapiestunden mit tierischer Unterstützung fiel es dem Kind zunehmend leichter, auch mit anderen Menschen zu kommunizieren. Allerdings sind auch Fälle bekannt wonach Hunde schon früher als Unterstützung bei der Therapie eingesetzt worden sind: So etwa im 8. Jahrhundert in Belgien oder im 18. Jahrhundert in einer Klinik, gegründet von den Quäkern – hier wurden die Methoden aber trotz empirisch nachgewiesener Erfolge als unwissenschaftlich und nicht relevant belächelt und abgelehnt.

Heute werden Hunde in den unterschiedlichsten medizinischen Bereichen eingesetzt. So sollen sie durchaus dazu in der Lage sein, den Genesungsprozess eines Patienten positiv mitzugestalten. Allen Verwendungen liegt eine spezielle Therapiehund Ausbildung zugrunde. Häufig wird diese von privaten Vereinen und Verbänden angeboten, es gibt aber auch zahlreiche Schulungszentren, die sich auf solche Seminare spezialisiert haben. Im Mittelpunkt der Kurse befindet sich das Team Mensch-Hund, dessen Beziehung im Laufe der Schulungen im Idealfall noch stärker wird. An erster Stelle stehen hier sicherlich gegenseitiger Respekt und Zuneigung. 

Es gibt keine Hunderasse, die von vornherein als potentieller Therapiehund ausgeschlossen wird. Allerdings sind sehr wohl rassenspezifische Verhaltensmuster zu erkennen. Im Grunde wird jedes Tier nach seiner Persönlichkeit beurteilt. Vorkenntnisse sind keine erforderlich, allerdings ist es unabdingbar, dass einige Aspekte zutreffen.

So sollte man einen gewissen Grundgehorsam erkennen. Der Hund muss wohlerzogen sein und darf kein Problem damit haben auf andere Menschen, insbesondere Kinder, zuzugehen. Er sollte sozial umgänglich, wesensfest und gesund sein, sowie einen ausgeprägten Spieltrieb besitzen. Erforderlich ist überdies hinaus die positive Absolvierung von entsprechenden Eignungstests.

Der Hundeführer/die Hundeführerin sollte offen für Neues sein und sich durch Empathie, soziale und emotionale Kompetenz auszeichnen. Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung wird allenfalls vorausgesetzt.

Mit der Therapiehund Ausbildung, wie sie von Unternehmen angeboten wird wie zum Beispiel von Sattt Inh. Annika Rügen, kann frühestens begonnen werden, wenn das Tier 15-18 Monate alt ist. Inhalt der Seminare sind u.a. theoretische Themen wie Geschichte, Einsatz, Hygienefaktoren und Rechtliche Einflüsse der Ausbildung. Fokussiert wird allerdings der Umgang miteinander, das Deuten von Signalen und der Körpersprache, das Reagieren auf Veränderungen, Rollenspiele, usw. Zur Nachkontrolle müssen sich die Therapiehundeteams jährlichen Überprüfungen unterziehen. Therapiehunde werden gezielt in medizinischen Behandlungen, wie Psychotherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Sprachtherapie, etc. eingesetzt.

Es gibt zwei Therapiehundetypen - der aktive soll eigene Spielideen mit einbringen und eignet sich gut zur Motivation, der reaktive reagiert auf Spielideen, wirkt beruhigend und kann Befindlichkeiten spiegeln.

Der Hundeführer hierbei ist der Therapeut. Im Gegensatz dazu steht der Assistenzhund, der als Unterstützung für Menschen mit Behinderung ihr ständiger Begleiter im Alltag ist. Ebenso ist es bei Epilepsie-Begleithunden, Autismus-Begleithunden oder Diabetiker-Warnhunden, die, abgestimmt auf die jeweiligen Bedürfnissen des Patienten, als Unterstützung im Alltagsleben oder als Frühwarnsystem vor Anfällen dienen.

Im Falle des Notfalles können sie auch Hilfe holen. Ein Hund ist also nicht nur der beste Freund des Menschen, er kann auch seine Bezugsperson, sein Lebenspartner oder sein Retter in der Not sein. 

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